Evangelische Kirchen, Freikirchen und Werke: Wechselseitige Anerkennung
Evangelische Kirchen, Freikirchen und Werke: Wechselseitige Anerkennung
Oberösterreichische Kirchen, Freikirchen, Gemeinden und Werke, die sich der Reformation verpflichtet fühlen, unterzeichnen am Freitag, 26. Juni 2009 im Linzer Landhaus eine "Charta über die wechselseitige Anerkennung und Verpflichtung". Durch die Charta wolle man "das Gemeinsame vor das Trennende stellen", betont der evangelisch-lutherische Superintendent Gerold Lehner im Gespräch mit epd.
In der Vergangenheit sei das Verhältnis der Gemeinden, die im Umfeld der Evangelischen Kirche existierten, oft "freundlich distanziert" oder "kritisch ablehnend" gewesen, erklärt der evangelisch-lutherische Superintendent Gerold Lehner. "Heute erkennen wir, dass wir die Glaubwürdigkeit des Zeugnisses von Jesus Christus aufs Spiel setzen, wenn unter Christinnen und Christen Zwietracht oder Gleichgültigkeit herrscht. Deshalb suchen wir die Gemeinschaft untereinander, weil sie dem entspricht, was Christus schon an Einheit geschaffen hat", betont der Superintendent.
Nicht als Sekten diffamiert
Gleichzeitig wolle man klarstellen, "dass Kirchen, Gemeinschaften und Werke in Oberösterreich nicht aus Unkenntnis heraus als Sekten diffamiert werden, wenn sie sich zu dem gemeinsamen Glauben an Christus bekennen, wie er in der Heiligen Schrift und den Bekenntnissen der ersten fünf Jahrhunderte niedergelegt ist". In Oberösterreich gebe es eine "größere Vielfalt als gemeinhin bekannt".
Liebe und Respekt
In der Charta verpflichten sich die Unterzeichner etwa, einander "mit Liebe und Respekt" zu begegnen und die "polemischen Muster der Vergangenheit" zu verwerfen. Was das Verhältnis zur Römisch-katholischen Kirche betrifft, sieht Lehner die Charta als "ökumenische Bemühung im evangelischen Umfeld". Damit sei der Weg jedoch nicht zu Ende: "Wir haben begonnen, einen Weg zu gehen. Dass wir damit noch nicht am Ziel sind, ist uns allen klar."
Unterzeichner
Unterzeichnen werden die Charta unter anderen in Oberösterreich die Evangelisch-lutherische Kirche und deren Bildungswerk, die Evangelisch-methodistische Kirche, mehrere evangelikale Gemeinden, freie Christengemeinden, Gemeinden der Pfingstkirche oder auch Organisationen wie die Missionsgemeinschaft der Fackelträger Schloss Klaus, Operation Mobilisation, Missionswerk Neues Leben, Evangelium in jedes Haus, Bibellesebund und Gideonbund oder Family Life Mission.
(Quelle: ORF Religion)